Die Bundeswehr gehört zum Hessentag!

Ein Aktionsbündnis, welches sich listig “Friedlicher Hessentag” nennt, will Stimmung machen gegen die traditionelle Präsenz der Bundeswehr auf dem Hessentag in Bad Hersfeld.

Die AfD findet diese Agitation unerträglich.

Stefan Wild hat im Kreistag am 25. Februar zu einem Antrag der Fraktion der Linken zur Unterstützung der Anti-Bundeswehr-Aktivitäten eine Stellungnahme abgegeben, die hier wiedergegeben werden soll:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren,

dann und wann treffen sich eben doch Bundesthemen und Kommunalpolitik.

Ein Staat hat sicherlich viele Aufgaben. Zu den wichtigsten gehören dabei die Sicherstellung von Recht und Ordnung im Innern und die Verteidigung gegen Angriffe von außen.

Beides ist sozusagen untrennbar mit dem Begriff der Staatlichkeit verbunden.

Die Schaffung von Recht und Ordnung im Innern kann schon gelegentlich zu gefährlichen Situationen für die damit betrauten Menschen führen. Die Verteidigung von Volk und Staat aber ist – wenn sie denn erforderlich ist – regelmäßig mit persönlichen Gefahren verbunden. Sie verlangt Mut und Hingabe. Sie verlangt Tapferkeit.

Das führt in den Ländern der Welt, ganz unabhängig  von ihrer jeweiligen Verfassung und Regierungsform, zu einer hohen Wertschätzung von Offizieren und Soldaten.

Diese Wertschätzung gebührt dem Militär auch dann, wenn allein seine Existenz dafür sorgt, dass ein gewaltsamer Angriff oder eine erzwungene Grenzverletzung für den Akteur immer eine schlechte Alternative bleibt im Vergleich zur friedlichen Lösungssuche.

Ohne Zweifel haben die die NATO und mit ihr die Bundeswehr viel zu der langen Friedenszeit beigetragen, in der wir leben.

Gerade unsere Bundeswehr hat durch ihr Konzept vom „Bürger in Uniform“ und ihre Eigenschaft als Parlamentsarmee unter den Armeen der Welt demokratische Vorbildfunktion.

Und wo sollte eine solche Armee ihre Soldatinnen und Soldaten denn rekrutieren, wenn nicht aus der Mitte der Gesellschaft, aus den jungen Menschen in Stadt und Land? Und wie sollte das gelingen, wenn sie sich nicht darstellen und für ihre Aufgabe werben dürfte? Welche Interessenten würden sich denn für den Berufsweg als Soldat entscheiden, wenn die Bundeswehr von anderen und gar von sich selbst sozusagen totgeschwiegen werden müsste?

Deswegen ist Ihr Antrag, Herr Thuleweit, entweder Ausdruck fehlender Weitsicht oder aber schludriger Analyse, jedenfalls völlig falscher Schlussfolgerungen und beleidigender Arroganz.

Sie stoßen die Soldatinnen und Soldaten und ihre Familien bedenkenlos vor den Kopf und legen die Axt an die Fundamente unseres Staates.

Ihr Antrag ist eine unerträgliche Zumutung.

Vielleicht ist er aber auch eine heilsame Demaskierung Ihrer schrägen und allzu oft ganz weltfremden Vorstellungen.